So langsam verschwindet der hochwohlgeborene KT zu Guttenberg ja aus den Schlagzeilen. Allerdings lohnt es sich meines Erachtens, sich aus drei verschiedenen Gründen noch eine Weile intensiver mit diesem Medien-Phänomen zu Guttenberg auseinanderzusetzen:
1. Es scheint ja klar zu sein, dass dieses bemerkenswerte Blaublut doch irgendwann sein politisches Comeback wird feiern dürfen – aus welchen Gründen auch immer. Angeblich soll er ja ein „herausragendes politisches Talent“ besitzen, wie die Bundeskanzlerin sagt. Daher sollte sich die Öffentlichkeit wohl einmal damit auseinandersetzen, was dieses „Talent“ so herausragend macht und was damit gemeint sein könnte.
2. Es liegt der Verdacht nahe, dass KT zu Guttenberg nur ein „Modell“ für eine besondere Form von politischem Nachwuchs ist, die uns in Zukunft noch häufiger in der Gesellschaft begegnen wird. Die Karriere dieses Mannes ist von vorne bis hinten eine Inszenierung; und Stationen wie das Espen-Institut oder die Atlantik-Brücke sollten zumindest einmal den politisch interessierten Souverän in diesem Staat – den Bürger – stutzig machen und zum Nachdenken darüber anregen, warum ein Mann wie zu Guttenberg so vom Mainstream gehypt wurde in den letzten Jahren.
3. Es scheint so zu sein, dass es vor allem die aufgeklärte Öffentlichkeit war, die wider dem Mainstream den Rückzug KT zu Guttenbergs aus der aktuellen Politik erzwungen hat. Das ist bemerkenswert und sagt etwas über die wahre Macht in diesem Land aus. Wenn sich die Menschen einig sind und sich artikulieren, können sie die Welt verändern – nicht nur in Ägypten, auch hier bei uns. Der erfolgreiche Volksentscheid gegen die Berliner Wasserbetriebe vom letzten Monat und die Proteste um Stuttgart 21 sind da ja weitere Beispiele für.
Ich plane für Anfang April eine Sendung über die Biografie von zu Guttenbergs und über die Hintergründe der einzelnen Stationen seines Lebens und seiner Karriere. Ziel der Sendung soll es sein aufzuzeigen, wer und aus welchen Motiven heraus diese mediale Politik-Inszenierung kreiert hat – und wie wir künftig solche „Hochstapler“ und – meine persönliche Meinung – Demagogen frühzeitig erkennen und verhindern können.
Und hier noch zwei Veranstaltungsankündigungen in eigener Sache:
Am kommenden Sonntag, 13. März 2011, werde ich auf dem Bewusstseins-Kongress in Regensburg zwei Vorträge halten – einen über nexworld.TV (Messe; 11 Uhr bis 11:50 Uhr) und einen zum Thema „Wissen, Wahrnehmung und Wahrhaftigkeit – das WWW des Bewusstseins“ (Kongress; 12 bis 13:30 Uhr):
http://www.bewusstseins-kongress.de/
Am darauffolgenden Sonntag, 20. März 2011, werde ich dann auf der Leipziger Buchmesse auf Einladung des Labels „Highscoremusic“ an einer kleinen Diskussionsrunde zum Thema „Hörspiele“ teilnehmen (Beginn 10:30 Uhr, Verleihshop.de-Hörspiel-Arena):
Leipzig liest
Über zahlreiche Zuhörer auf beiden Events freut sich
Ihr Jan Gaspard