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Evolutionssprünge durch globale Veränderungen? – Teil 1

Montag, 30. November 2009

Evolutionssprünge vollziehen sich nicht aus einem Zufall heraus. Körpereigene Gene leiten  Umbauschübe ein, sobald ein gewisses Maß einer globalen Bedrohung vorliegt.

„Darwins Theorie kann das Entstehen des Menschen nicht erklären.“ So der Mediziner Joachim Bauer (20.12.2008 „Die Welt“). Anders, als von Darwin vorausgesagt, entstanden neue Arten nicht im Zuge eines langsam-kontinuierlichen, zufallsgesteuerten Werdens, sondern als Folge von genomischen Umbauschüben. „Diese wiederum waren Reaktionen auf globale Bedrohungen, mit denen das Projekt Leben mehrfach konfrontiert wurde.“ So schlussfolgert Herr Bauer weiter. Biologische Zellen verfügen über die eigene Fähigkeit, die Architektur ihres eigenen Erbguts zu verändern. Weder der Zeitpunkt wann sie dies tun, noch die Art und Weise, wie sie es anstellen ist dem Zufall überlassen.  Veränderungen des genomischen Bauplans ereignen sich vorzugsweise dann, wenn Lebewesen unter einem starken ökologischen Stress stehen. Ernst Heckel, der Begründer der Ökologie, definiert Ökologie: „Bedingungen der Lebewesen im Kampf um ihr Dasein.“

Auch ihrer Art nach sind die Veränderungen nicht zufällig, sondern stellen einen kreativen Prozess dar, der Gesetzen folgt,  die im biologischen System selbst begründet liegen. Diese Kreativität beschreibt einen Prozess bei dem etwas Neues entsteht.  Grundlage für die Entstehung einer neuen Art – also eine genetische Neustrukturierung – ist die Duplikation von Genen. Hierbei werden von der Zelle bevorzugt solche Gene verdoppelt, die sich bisher als besonders nützlich bewährt haben. Jeder evolutionäre Entwicklungsschub hatte also eine Erweiterung des Genoms und einen Komplexitätszuwachs zu Folge. Mehrere solcher  Entwicklungsschübe entsprechen einem „Evolutionssprung“. Aus der Vergangenheit ist bekannt, dass sich genomische Entwicklungsschübe und die hieraus resultierende Entstehung neuer Arten  evolutionär gesehen in relativ kurzer Zeit ereignet haben. Das Verschwinden oder Auftreten von neuen Arten trat in Schüben auf. Dazwischen zeigt die Evolution lange Phasen – Stasis genannt – in denen Arten stabil blieben.

Heute ist bekannt, dass die Evolution in eine immer höhere Komplexität verlief. Dieser Verlauf  kann mit dem Modell von Darwin nicht erklärt werden. Wenn Zellen einen Umbauschub starten und Gene duplizieren, dann werden die Original-Gene, die als Vorlage für die Duplikation dienten, im weiteren Verlauf vor Mutationen geschützt, so als ob die Zelle ihren „bewährten Bestand“ absichern würde. Genau dieses ist die Erklärung dafür, weshalb Menschen in ihrem Erbgut Hunderte von Genen haben, die sich bereits bei einzelligen Lebewesen finden lassen. Im Gegensatz dazu werden die Gen-Duplikate für die Mutation bereitgestellt, sodass hier durch „zufällige“ Veränderungen nun etwas Neues entstehen kann. Die Frage, die Professor Bauer gestellt wurde, ob sich aus dem heutigen Menschen (Homo sapiens) eine neue Menschenart entwickeln kann, wurde mit ja beantwortet:

“Auslöser für den Umbau des Erbguts sind Veränderungen der Umwelt. Wenn schwere ökologische Stressoren auftreten – scheinen sie von Menschen selber verursacht oder natürlich gegeben -  kann das entweder zur Auslöschung des Menschen führen oder aber eine schubartige genetische Weiterentwicklung anstoßen.“

Fortsetzung folgt…