Die Zeit verläuft im herkömmlichen Sinne linear. In Wirklichkeit ist sie jedoch ineinander verflochten.
„Wir sind mit der Zeit karmisch und genetisch verflochten. Die Zukunft hat dabei sogar einen noch größeren Einfluss auf unsere Gegenwart als die Vergangenheit. Das liegt daran, das immer eine Inkarnationsabsicht besteht (= Entwicklung in Raum & Zeit). Das höhere Selbst (auch Christusbewusstsein o.ä. genannt) wirkt auf unsere Bühne des Lebens wenn nötig korrigierend ein, wenn diese Inkarnationsabsicht, die in der Zukunft Realität werden möchte, verlassen wird. Diese Inkarnationsabsicht ist praktisch unser Zukunfts-Programm, auf das unser höheres Selbst einwirkt, um uns vor einer Fehlentwicklung in der Zukunft zu bewahren (= Schicksal). Das wichtigste ist: Die Seele nimmt keinen Schaden. Das gleiche gilt übrigens auch kollektiv.“
Die alte ägyptische Sprache gründete ihr Tempussystem nicht auf Dreiteilung der Zeitstufen, sondern auf Zweiteilung in die Aspekte Perfektiv und Imperfektiv. Perfektiv ist etwas abgeschlossenes, der Imperfektiv trägt den Charakter des Ewigen. Der Imperfektiv ist vergleichbar mit der Verwendung des Präsens Indikativ in der deutschen Sprache, um eine nicht zeitlich bestimmte Tätigkeit auszudrücken. Beispiel: Die Aussage “Er raucht” kann einerseits bedeuten, dass er jetzt gerade raucht, wird aber verwendet, um auszudrücken, daß jemand überhaupt raucht, also ein Raucher ist, auch wenn er gerade nicht raucht.
Ein ähnliches Tempussystem konnte bei den Hopi-Indianern gefunden werden. So hat Edward Hall festgestellt, dass die Hopi-Indianer Zeitvorstellungen eher wie Adverbien als Substantive behandeln. “Sie können nicht ausdrücken, dass der Sommer heiß ist, weil Sommer die Eigenschaft heiß ist …”
Zeit wird nicht als Größe wahrgenommen sondern als Zustand.
Bedeutsam erscheint auch die Unterscheidung von Zeit (oder Zeitlichkeit) und Ewigkeit. In Platons “Timaios” thematisierte der Schüler Sokrates einerseits die Dreiteilung der Zeit, unternahm aber zusätzlich noch eine Unterscheidung zwischen Zeit und Ewigkeit:
“Ewigkeit ist die Sphäre des Seins, von dem in Wahrheit nur ausgesagt werden kann: es ist; Zeit dagegen ist die Sphäre des Werdens, alles dessen, von dem gesagt werden kann: es war, ist, wird sein. Zeit ist Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.”
Die christlichen Philosophen des Mittelalters stellten theologische Überlegungen zu Zeit und Ewigkeit an, und zwar, um Antworten auf Fragen wie “Was machte Gott, bevor er Himmel und Erde erschuf?” zu finden. Augustinus kam zu dem Schluß, dass Gott vorher “nichts” machte. Vor der Schöpfung war nicht Zeit, sondern Ewigkeit. Ewigkeit darf keineswegs mit unendlicher Zeit verwechselt werden. Sie ist vielmehr die Negation von Zeit. (Anm.: Hier fällt eine gewisse Ähnlichkeit zur Urknall-Theorie auf: Es gab kein Vorher, weil es keine Zeit (im heutigen Sinne) gab.)





