Mit ‘Realität’ getaggte Artikel

Was ist Realität?

Mittwoch, 27. Oktober 2010

John Wheeler gilt als Physiker der Physiker – das meinen seine Fachkollegen. Bereits als junger Mann arbeitete er mit den beiden führenden Köpfen der modernen Physik zusammen: Albert Einstein und Niels Bohr. Seine grundlegenden Beiträge zu den von diesen beiden entwickelten Theorien – der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik – sind ebenso bedeutungsvoll wie sein Einfluss als Mentor. Die wohl berühmtesten seiner vielen Studenten waren der amerikanische Physiker und spätere Nobelpreisträger Richard Feynman und die Gravitationsphysiker Kip Thorne und John R. Klauder. In seiner siebzigjährigen Laufbahn als Physiker kommt John Wheeler zu einem Resümee, welches er mit den legendären „Really Big Questions“ (RBQs)  zusammenfasste. Diese RBQs weisen wahrhaftig metaphysische Züge auf. Fünf dieser RBQs dürften von ganz besonderer Bedeutung sein:

Wie kommt es zu Existierenden?

Warum Quanten?

Ein „partizipatorisches“ Universum?

Was gibt die Bedeutung?

Das Seiende aus Bits?

Die erste Frage umschreibt das alte Rätsel: „Weshalb gibt es überhaupt etwas und nicht nichts?“. Die zweite Frage steht für die Suche nach einem überzeugenden Argument, weshalb die Welt der Atome nicht durch die klassische Physik beschrieben werden kann, sondern nur durch die unanschaulichen Gesetzen der Quantenmechanik. Wheeler stellt, gegenüber seinen meisten Kollegen die Frage des „Warum?“, und geht über das „Wie?“ hinaus. „Partizipatorisches Universum“ ist Wheelers Bezeichnung für die umstrittene Vorstellung, wonach das Universum nicht einfach “dort draußen“ ist und nur entdeckt werden muss, sondern zum Teil erst durch die von uns gestellten Fragen und die Information in den zugehörigen Antworten Gestalt annimmt. Diese Idee umschreibt Wheeler anhand einer Anekdote über drei Schiedsrichter beim Baseball, die zu definieren versuchen, welche Bälle sie als Gewinn- bzw. als Verlustpunkt werten. „Ich werte sie so, wie ich sie sehe“, rühmt sich der erste Schiedsrichter, offenbar ein Empiriker. „Ich werte sie so, wie sie sind“ behauptet der Realist. Der dritte sagt: „Sie sind so, wie ich sie werte“, und verdeutlicht damit Wheelers Ansicht. Die vierte Frage, Was gibt die Bedeutung?“, bezieht sich auf das philosophische Problem, das Konzept von „Bedeutung“ zu definieren. Gleichzeitig bringt es jedoch auch eine gewisse Frustration der Ingenieure zum Ausdruck, die mit unzähligen Verfahren die Menge an Informationen in einer Nachricht messen können, doch keines dieser Verfahren sagt etwas über die Bedeutung des Inhalts dieser Nachricht aus. Die letzte RBQ ist die radikalste. Sie stellt die Frage auf, ob die materielle Welt – das „It“ – ganz oder zum Teil aus Information – dem „Bit“ – besteht. Wheeler meint: „Alles – jedes Teilchen, jedes Feld bzw. jede Kraft, sogar das Raumzeitkontinuum selbst – erhält (wenn auch manchmal eher indirekt) seine Funktion, seine Bedeutung, ja überhaupt seine gesamte Existenz  aus den Antworten der Detektoren auf unsere Ja- oder –Nein-Fragen, die binären Möglichkeiten, die Bits.

Ein erneuter Versuch – zur Selbst-Erkenntnis

Freitag, 16. Juli 2010

Auf einer Leinwand mögen wir manchmal das große Meer mit seinen endlosen Wogen sehen – dann verschwindet es wieder. Oder wir sehen ein großes sich ausbreitendes Feuer, das auch wieder verschwindet. Ist nun die Leinwand vom Wasser nass geworden oder vom Feuer verbrannt? Nichts hat die Leinwand berührt. Ebenso berühren uns die Dinge die im Wachen, Träumen und sogar Tiefschlaf geschehen nur scheinbar. Unser wahrhaftiges Selbst ist davon unberührt. Die Vorstellung vom Selbst als Zuschauer existiert nur im Denken, es ist nicht die absolute Wahrheit des Selbst. Zum Zuschauen muss es Objekte geben, die gesehen werden. Sowohl der Zuschauer als auch seine Objekte sind Schöpfungen des Geistes. Die Leinwand steht für das reine Gewahrsein vor jeder Erfahrung oder Erkenntnis. Bitte bedenkt, es gibt nichts zu „ver-wirklichen“  oder zu erreichen. Denn DAS, in dem alles erscheint und wieder verschwindet, ist ja schon immer da! Das Selbst braucht keine Verwirklichung. Es ist in sich vollkommen und glückselig.

Und wie können wir nun dieses Selbst erreichen? Offenbar gibt es kein Erreichen des Selbst. Wäre das Selbst zu erreichen, hieße das, dass es nicht hier und jetzt ist und noch erlangt werden muss. Was jedoch erlangt wird, kann auch verloren gehen – es ist also unbeständig. Es lohnt nicht, nach dem zu streben, was unbeständig ist. Im Grunde sind wir das Selbst. Wir sind bereits Das. Tatsache ist, dass wir unseren beseligten Zustand nicht kennen. Nichterkenntnis tritt dazwischen und zieht einen Schleier über das reine Selbst, das Seligkeit ist. So gelten alle Bemühungen allein der Beseitigung des Schleiers, der nur aus falscher Erkenntnis besteht! Diese falsche Erkenntnis ist die Identifizierung des Selbst mit Körper und Geist. Erst wenn diese verschwinden, bleibt das Selbst allein zurück. Jeder Vorstellung vom Selbst, sogar an ein mystisches All-Einheitserlebnis, erzeugt einen Schleier. Das betrifft nicht nur den Inhalt – also ob ich mir das Selbst als allumfassenden Raum oder als Zustand friedvoller Harmonie vorstelle. Allein die Tatsache, dass ich mich überhaupt auf irgendetwas beziehe, verdeckt die Wahrheit und Seligkeit, die ich bin, Beziehung bedeutet immer auch Dualität. „Ich jetzt“ im Unterschied zu „Ich in der Zukunft“ – und dann möglichst voll erwacht und selig.

Lao Tse äußerte sich hierzu: „Das Tao was du benennst ist nicht das wahrhaftige Tao“. Unser Verstand kann nur verschiedene Inhalte und Zustände erkennen und vergleichen. Was auch immer der Verstand zustande bringt (erforscht), über die Dualität kommt es nicht hinaus! Eine Selbsterkenntnis kann er nur im Subjekt/Objekt-Schema verstehen. Unsere eigentliche „Aufgabe“ (!) besteht nun darin, dieses Schema als Illusion zu durchschauen und tatsächlich fallen zu lassen – also „aufzugeben“ (loslassen). Das bedeutet eben nicht: „Erkenne, wer du bist“, sondern „Sei, was du bist“ (und immer warst usw.). Hierdurch entsteht ein Umschalten vom Denken zum Sein.

So kann das „Erwachen der Menschheit“ als ein Zustand bezeichnet werden, in dem der Erwachte sich in diesem Sein befindet – ein Ich tritt quasi in die 2. Reihe zurück…

me agape

Jiddu Krishnamurti: „Wenn ich mein gesamtes Lebenswerk in einen Satz prägen sollte, so würde ich sagen: Die Menschheit wird erst befreit sein, wenn sie die Dinge so sieht, wie sie sind und nicht wie sie sein sollten“.

Erstellen wir ein neues Realitätsdesign

Dienstag, 29. Juni 2010

Für eine optimale Beziehung zu seiner Umwelt ist der Mensch unbedingt auf die Veränderung seines Bewusstseins angewiesen. Interdisziplinäre Forschungen in den Naturwissenschaften zeigen die wunderbare Komplexität von Struktur und Funktion des Gehirns, aber auch, dass alle Fragen keine einfache, widerspruchsfreie Antwort ergeben. Bein all den Forschungen über unser Gehirn und unser Bewusstsein müssen wir unsere alten Vorstellungen von Ordnung und Linearität fallen lassen. Sämtliche Modelle und Theorien werden diesem phantastischen Organ genauso wenig gerecht, wie einer seiner wichtigsten Funktionen, nämlich der unserer Realitätswahrnehmung. Neuste Forschungsergebnisse (aus der Quantenphysik, der Chaostheorie und der Holographie) belegen eindeutig, dass wir die Dinge, die wir sehen (hören, riechen usw.) eigentlich gar nicht sehen (hören, riechen usw.) dürften, weil sie in der Form überhaupt nicht existieren.

Wiederum ist das, was wir wahrnehmen, im Gegensatz zu dem, was wahrhaftig ist, so kläglich armselig, dass sich die Frage stellt: Was ist eigentlich Wirklichkeit? Niemals zuvor waren die Einflüsse auf unser Gehirn und unser Nervensystem dermaßen komplex und multidimensional, und somit förderlich und schädlich zugleich. Niemals zuvor verfügten wir über derart direkte Möglichkeiten, die es uns erlauben, mit uns selbst und unserem Bewusstsein zu “arbeiten” und dabei dem eigentlichen Weltgeschehen zuzusehen. Wir haben nun mit unserem neuen Gehirn die Möglichkeiten, eigenverantwortlich und selbstbestimmend unser Bewusstsein zu erhöhen, um uns damit wahrhaftige Lebensqualität (wahrhaftige Freude) zu erschließen.

Ein Zitat von Michael Hutchison:
“Das Gehirn hat in den letzten 10 Jahren mehr über sich selbst gelernt als in seiner ganzen Geschichte zuvor.”
Dieses Zitat ist mittlerweile 25 Jahre alt. Ich gehe davon aus, dass wir mit unserem heutigen Wissen an einer Schwelle stehen, in der unser “kopflastiger” Verstand seine Vormachtstellung abgeben wird. Andererseits prognostiziere ich erhebliche gesundheitliche Störungen. Psychischer und körperlicher Art. Wir werden uns von unserer selbsterdachten Künstlichkeit befreien, indem wir in ein kongeniales Wirken von “Herz-” und “Kopfverstand” umschalten. Vergessen wir nicht, in der Natur existierte der Verstand schon lange, bevor Gehirne existierten, die ein Bewusstsein ermöglichten (ein Beispiel hierfür ist die Raupe “Attacus edwardsii”). Dieser Verstand jedoch speist sich aus der Urquelle des Seins… Hierin sehe ich die wahre Bedeutung von “Werdet wie die Kinder” und “seelig sind die geistig armen”.

Erwachen aus dem kollektiven Traum

Freitag, 04. Juni 2010

Ich halte es für erforderlich, Euch eine Art Verständnis davon zu vermitteln, was ich unter unserer Transformation verstehe. Transformation als Zustand des Erwachens – aus dem kollektiven Traum (Matrix).

Wirkliches „Sehen“, Erkennen usw.,  ohne das Gesehene (erkannte usw.) zu verzerren oder zu verändern ist nur dann möglich, wenn der Sehende alle Bestrebungen, die Dinge in eine bestimmte Richtung zu lenken, aufgegeben hat. Genau dieses ist der Augenblick der Transformation, das Erwachen von Einsichten, die wiederum die Gesellschaft transformieren und eine neue Generation hervorbringen wird. Echte Transformation ist nicht das Resultat irgendeiner Revolution der Rechten oder Linken (usw.) sondern einer inneren Revolution, die uns von den sinnesabhängigen Werten zu jenen Werten führt, die nicht durch äußere Bindungen oder Einflüsse bestimmt sind.

Hinderlich für uns war bisher, dass zwei Arten von Zeit existieren. Eine chronologische Zeit und eine psychische Zeit – eine Zeit, die der Mind selbst ist -, und es herrscht Verwirrung in Bezug auf diese beiden Arten von Zeit. Die psychische Zeit ist der Prozess des Werdens. Diese Zeit als „das Werden“, das „“Ich werde sein“, ist aus der Illusion geboren und stellt eine Manifestation des Egos dar, das sich durch seine Unwissenheit selbst erhält, selbst nährte und durch diesen Prozess seine eigene potentielle Energie als Ich-Bewusstsein speichert. Dieses Bewusstsein wird von uns durch das Funktionieren unserer Sinne wahrgenommen! Das „Ego“ als Produkt der psychischen Zeit, das sich in Form von Gedanken manifestiert, kann letztlich nichts tun, um sich selbst zu befreien oder zu transformieren. Nur durch einen „negativen“ Ansatz, das heißt, durch die Wahrnehmung und „Negierung“ jeglichen Denkens, welches den Wunsch in sich trägt, das „was ist“, in das, „was sein soll“ zu verändern. Genau dieses kennzeichnet die direkte Wahrnehmung dessen, „was ist“ – woraus  eine Befreiung aus den Gesetzen der Zeit möglich wird.

In diesem Zustand der Wahrnehmung benutzt der Mind das Denken nicht, um sich selbst aufrechtzuerhalten, hier existiert weder der Denkende noch der Gedanke, weder der Erfahrende, noch die Erfahrung. Der Mind, der im „Werden“ oder Streben gefangen ist, ist das Produkt der Zeit, das sich selbst transformiert. Aus der „Negierung des Falschen“  ergibt sich im Moment seines Entstehens die große Wahrheit, das direkte Wahrnehmen der Dinge an sich – so, wie sie tatsächlich sind.  Dieser Zustand entspricht einer neutralen Betrachtung, ohne einen Versuch etwas verändern oder zuordnen zu wollen. Absichtslos. Gedankenlos. Indem wir so eine Art des „nichteingehen des Denkens oder Willens“ betreiben, vereiteln wir hierdurch zusätzlich auch die tiefen Wurzeln von Hass, Wut, Gier, Angst. In diesem Zustand existieren derartige Zustände ohnehin nicht mehr. All diese Attribute sind Wirkaspekte des Subjektiven – Wirkaspekte unserer Gedanken.

Nur eine totale (eben nicht fragmentarische) Wahrnehmung kann sowohl den Beobachter als auch das Beobachtete negieren. Das Sehen dessen „was ist“ bedeutet die Transformation. Der Denkprozess an sich als Bewertung oder Beurteilung Beobachteten spaltet den Denkenden vom Herzen ab.

Triebe der Liebe – Schlussbemerkung

Samstag, 02. Januar 2010

Es ist die einzige Art sich hierdurch mit seinem Unterbewusstsein zu verbinden, was bedeutet, dass von einer höheren Ebene aus eine ganzheitliche Sicht erfahren werden kann. Diese Sichtweise lässt uns erkennen, was und wer wir tatsächlich sind. Eine solche Selbst-Erkenntnis beinhaltet sowohl die absolute Souveränität, als auch das wesentliche Potenzial, das in einem ruht. Natürlich ist ein Mensch mit dieser gewonnenen Erkenntnis kaum noch für fremd-dienende  Zwecke zu gewinnen.  Er wird sich kaum in eine Gesellschaft integrieren lassen, in welcher es nahezu ausschließlich um ausbeuterische, menschenverachtende Strukturen geht. Diese Gesellschaft lebt uns eine Form von Nichtliebe vor, wie sie kaum noch zu steigern währe. Es werden künstliche Bedürfnisse geschaffen, welche, ob als Mode getarnt oder als notwendig gepriesen, uns eine fremdbestimmte Realität aufprägen.  Zweckmäßig werden über Religionen und Gesellschaftsformen nahezu jeder Nation Ideale künstlich erschaffen und uns über die Medien suggeriert. Die Tugenden der Neuzeit heißen: Macht und materieller Erfolg…… und bedeuten doch letztlich angepasste Unterwerfung unter ein ausbeuterisches System. Die Menschen sind reduziert worden auf verwaltete Individuen, welche ausschließlich zu funktionieren haben.

In den Momenten, wo uns dieser Tatbestand sämtlich bewusst wird, haben wir möglicherweise bereits die elementare Entscheidung getroffen, nicht weiter in bisheriger Art in diesem System mitzuwirken. Die Gefahr, welche hierbei entstehen kann, ist die Entstehung von Aggression in Form einer Schuldzuweisung. Unerheblich einer Rechtfertigung dieser Emotionen, sind Aggressionen jedoch wiederum diejenigen Stimmungslagen, welche uns ebenfalls nicht zu dem führen, was wir doch insgeheim erhoffen. Eine unterdrückte oder verdrängte Emotion dieser Art, würde ebenfalls unsere erstrebten Ziele nach eigener Souveränität erschweren oder vereiteln.  Es wäre das altbekannte Muster der Bigotterie, welches unter dem „Mantel“ der Heiligkeit alles verbannt und nicht auflöst, was als „nichtheilig“ zugeordnet wurde. Einfacher wäre wenn wir erkennen, dass all das „Üble“ lediglich der Erlösung dient. Es ist das, was Goethe meinte, als er Faust sagen ließ: „Ich bin der, der Schlechtes will und Gutes schafft.“ Betrachten wir das „Üble“ als den Erlöser, welches wie ein Alarmsignal uns zu wecken ruft…

So entgehen wir der Bewertung und verbleiben neutral zwischen den Polaritäten. Wie sollten wir denn auch der ersehnten, erlösenden Liebe begegnen, wenn wir selbst gegen die elementarsten Regeln dieser Liebe verstoßen. Erlösung finden wir, indem wir uns innerlich aus alldem Erheben und der zart flüsternden inneren Stimme mit Hingabe zuwenden, die da sagt: „Du bist der Schöpfer deiner Wünsche und seine Quelle ist die Liebe …“

Liebe ihrer Natur nach – verwandelt alles in sich selber…