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Die Interpretation von Everett – Teil 3

Sonntag, 22. November 2009

Die Viele-Welten-Theorie postuliert, dass alle möglichen Quantenwelten existieren. In einigen dieser Welten gibt es die Menschen als Lebensform, in anderen fanden subatomare Ereignisse statt, die diese Entwicklung verhinderten. So seltsam diese Theorie auch scheinen mag, mathematisch entspricht sie den herkömmlichen Interpretationen der Quantentheorie. Everetts Theorie fand bislang bei Physiker/inne/n nicht viel Anklang. Michio Kaku führt dies darauf zurück, dass “die Vorstellung von einer unendlichen Zahl gleichwertiger Universen, die sich alle in jedem Augenblick aufteilen, … für Physiker, die die Einfachheit lieben, einen philosophischen Alptraum” bedeutet.

Everetts Theorie beruht auf einzelnen Teilchen und läßt keine Kommunikation zwischen den verschiedenen Universen zu. Hawkings Theorie hingegen beruht auf einer unendlichen Anzahl in sich selbst abgeschlossener Universen, die durch unendlich viele Wurmlöcher miteinander verbunden sind. Diese Wurmlöcher sind jedoch außerordentlich klein (etwa von Planckscher Länge). Außerdem sind Quantenübergänge zwischen zwei Universen höchst selten. Man müßte wahrscheinlich mehr als die Lebenszeit eines ganzen Universum darauf warten, dass man in der Früh in einem anderen Universum aufwachte. Dieses Ereignis würde etwa einem Quantenübergang zwischen zwei Paralleluniversen entsprechen. Trotzdem: Selbst dieses Ereignis würde den physikalichen Gesetzen nicht widersprechen.

Zeitreisen in parallele Welten

In Hinblick auf Zeitreisen in die Vergangenheit und die damit verbundenen möglichen paradoxen Situationen (wie z.B. das längst überholte Großvaterparadoxon) bietet die Theorie der Vielen Welten allerdings eine Möglichkeit, solche Paradoxa zu vermeiden. Mit der Quantenphysik der Zeitreise hat sich besonders der Physiker David Deutsch beschäftigt. Er betrachtet die sich aus Zeitreisen ergebenden Paradoxa sowohl von philosophisch-wissenschaftstheoretischen als auch physikalischen Standpunkten aus. So vertritt er die Meinung, dass eine Theorie umso “wahrer” ist, je weniger paradoxe Situationen durch sie ermöglicht werden, auch wenn sie dem “Hausverstand” widerspricht.

Als Beispiel erwähnt Deutsch, dass, wenn Physik immer nach dem Hausverstand gegangen wäre, die Gravitationstheorie Einsteins niemals die Theorie Newtons abgelöst hätte. Dass Einstein trotzdem der Vorzug gegeben wurde, liegt, laut Deutsch, nicht daran, dass die Planetenbahnen genauer berechenbar wurden, sondern, dass andere Phänomene, die zuvor nicht erklärt werden konnten, plötzlich erklärbar waren.